Loki Schmidt-Genbank
für Wildpflanzen
am Botanischen Garten der Universität Osnabrück
In Deutschland besteht hinsichtlich des Schutzes von heimischen Wildpflanzen dringender Handlungsbedarf. Wildpflanzen sind wichtige und vielfältige Ressourcen für unsere Ernährung, Medizin, Baustoffe oder auch Faserlieferanten. Als Nahrungsquelle für Insekten sind sie für deren Bestäuberleistungen essentiell. Landschaftsumwandlungen, intensive Landwirtschaft und der Klimawandel gefährden die Vielfalt der heimischen Flora, wobei sich der Klimawandel und Artenwandel gegenseitig verstärken. 30,8 % Prozent von 8.650 Farn- und Blütenpflanzen, Moosen und Algen, somit fast ein Drittel, stehen in Deutschland auf der Roten Liste gefährdeter Arten (Rote Liste der Farn- und Blütenpflanzen, Moose und Algen, BfN, 2018). Rote Listen sind Verzeichnisse ausgestorbener, verschollener und gefährdeter Tier-, Pflanzen- und Pilzarten, Pflanzengesellschaften sowie Biotoptypen und Biotopkomplexe. Mit jeder Art, die verschwindet, werden auch andere Arten gefährdet und dadurch existenziell wichtige Ökosysteme fragiler.
Um einen Beitrag zu leisten, die Biodiversität von norddeutschen Wildpflanzen zu erhalten, wurde im Botanischen Garten der Universität Osnabrück die Loki Schmidt Genbank für Wildpflanzen eingerichtet. In dieser ersten Wildpflanzengenbank wird Saatgut unter Tiefkühlbedingungen nach internationalen Standards eingelagert und stehen so für langfristig für Forschungs- und Züchtungszwecke sowie für Schutzaktivitäten mittels Populationsstärkungen und Wiederansiedlungsprojekte zur Verfügung. Gegenwärtig befinden sich über 4.700 Saatgutproben von 1.098 Arten aus 70 Pflanzenfamilien in der Loki Schmidt Genbank.

Bei Interesse an Saatgut für Forschungszwecke oder Wiederansiedlungsmaßnahmen wenden Sie sich bitte per E-Mail an: bogos@uni-osnabrueck.de.
